Kernobst
Kernobst
Als Kernobst werden die Früchte der Rosengewächse (bot.: Rosaceae) bezeichnet, die ein Kerngehäuse mit mehreren kleinen Kernen besitzen.
Heimat der meisten Kernobstarten sind die gemäßigten Klimazonen Mitteleuropas, wo ihre Kultivierung eine lange Tradition hat. Äpfel und Birnen bspw. werden in Europa bereits seit über 2.000 Jahren angebaut. Zu den wichtigsten kommerziell angebauten Kernobstarten zählen heute Äpfel, Birnen, Quitten, Granatäpfel und Mispeln.
Kernobst zählt heute zu den beliebtesten Obstarten. Viele Kernobstarten lassen sich bei sachgerechter Lagerung über mehrere Monate lagern, ohne dass dabei nennenswerte Qualitätsverluste auftreten. Aus diesem Grund zählten manche Kernobstarten wie die Äpfel in früheren Zeiten zu den wichtigsten Vitaminlieferanten im Winter, wenn es wenig bis kein frisches Obst gab.
Äpfel
Der Apfel (Malus) ist ein Obst und zählt zum Kernobst (Pyrinae). Pro Einwohner werden im Durchschnitt in Deutschland 17kg Äpfel im Jahr gegessen, darum ist der Apfel, genauer gesagt der Kulturapfel (Malus domestica), Deutschlands begehrtestes Obst. Abgesehen von dem Verzehr der Rohware werden Äpfel unterdessen weiterhin als Mus, Kuchen, sowie Fruchtsaft verzehrt. Der hohe Wasseranteil und der sehr hohe Ertrag macht den Apfel zum Saftobst Nr 1 in Deutschland.
Apfelbeeren
Die Apfelbeeren (Aronia), auch Aroniabeeren genannt, sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Insgesamt gibt es bis zu neun Arten, die wirtschaftlich wichtigsten sind die Kahle Apfelbeere (Aronia arbutifolia) und die Schwarze Eberesche (Aronia melanocarpa), die auch Schwarzfrüchtige Apfelbeere genannt wird.
Birnen
Birnen (Pyrus) sind der Menschheit schon lange bekannt. Im heutigen Iran wurden aus Holz- beziehungsweise Wildbirnen (Pyrus pyraster sowie Pyrus achras) die ersten Kulturbirnen gezüchtet. Über Rom und Griechenland kamen sie auch nach Europa.
Schon im antiken Rom kannte man wenigstens über 30 Sorten von Birnen. Aufgrund von permanenten neuen Züchtungen wuchs die Anzahl der Sorten an Birnen immer wieder weiter. Im 17. Jahrhundert waren in Frankreich annähernd dreihundert Sorten, im 19. Jahrhundert waren es schon eintausend. Dieser Tage wird die Anzahl der Birnensorten auf der ganzen Erde auf etwa. fünftausend geschätzt.
Felsenbirnen
Die Felsenbirnen (Amelanchier) sind eine etwa 25 Arten umfassende Gattung der Kernobstgewächse (Pyrinae) in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Zu den bekanntesten Felsenbirnen gehören u.a. die Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii), die Hängende Felsenbirne (Amelanchier laevis), die Ährige Felsenbirne (Amelanchier spicata) und die Gewöhnliche Felsenbirne (Amelanchier ovalis).
Hagebutten
Hagebutten, auch Hägen, Hiefe, Hiffen, Hiften, Rosenäpfel, Hetschhiven, Hetscherl, Hiven oder Hetschepetsche genannt, sind die Früchte verschiedener Rosenarten. Hierzulande sind vor allem die roten länglichen Hagebutten der Heckenrose bzw. Hundsrose (Rosa canina) bekannt.
Mispeln
Die Mispel (Mespilus germanica) beziehungsweise Deutsche Mispel, des Weiteren auch Echte Mispel, Nispel, Aschperln, Aspero, Dörrlitzen, Dürgen, Dürrlitzen, Hespelein, Hundsärsch, Mispelche oder Nespoli genannt, ist eine kugelige circa fünf Zentimeter große Frucht. Mispeln besitzen in der Mitte von Europa als Frucht praktisch keine Bedeutung mehr. Vereinzelt findet man aber noch ein paar wilde Bestände.
Nashi-Birne
Die Nashi-Birne (Pyrus pyrifolia), auch Japanische Birne, Koreanische Birne, Asiatische Birne, Chinesische Birne, Kumoi oder Apfel-Birne genannt, gehört zur Gattung der Birnen (Pyrus). Da das Wort "Nashi" auf japanisch "Birne" bedeutet, ist die bei uns übliche Bezeichnung "Nashi-Birne" eigentlich eine überflüssige Dopplung, da es "Birne-Birne" bedeutet. Dennoch hat sich die Bezeichnung eingebürgert, um die Nashi-Birne von den heimischen Birnen zu unterscheiden.
Quitten
Die Quitte (Cydonia oblonga) gehört zum Kernobst. Ihren Namen verdankt die Frucht dem griechischen Ort Kydonia, heute Chania, im Nordwesten der Insel Kreta. Die Quitte ist zudem Namensgeber für unseren Begriff Marmelade (von portug. marmelo für Quitte, aus dem griech. melimelon "Honigapfel").

